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Last.fm übergibt Daten an die RIAA?

Veröffentlicht am 24/05/09

Im Februar 2009 macht die Story, dass Last.fm Userdaten an die RIAA übergeben hat, zum erstenmal die Runde. Last.fm bestritt damals die Vorwürfe vehement, ebenso der Mutterkonzern CBS.  Bereits im Februar wurde ich sehr hellhörig, da ich selbst Last.fm nutze und per Se nicht möchte, dass meine Daten bei der Musikindustrie landen. Mein Musikgeschmack und meine Musikgewohnheiten gehen sie einfach nichts an.

lastfm riaa cbs

Als DJ habe ich Unsummen für Musik ausgegeben, andere Leute kaufen sich dafür eine Eigentumswohnung und mir reicht es dann schon, dass ich mich als Internetnutzer seit 10 Jahren pauschal von der Musikindustrie kriminalisieren lassen muss. Kurz gesagt: Ich bin nicht gut zu sprechen auf die Musikindustrie. Schon gar nicht auf die  RIAA,  die sich aufführt wie die heilige Inquisition

Bei meiner heutigen Feedlese bin ich über ein Posting von Techcrunch gestolpert. Wie schon im Februar geht es mal wieder um das Thema Userdaten, Last.fm, CBS und die liebe RIAA. Im Februar verwies CBS an Last.fm und Last.fm bestritt, wie oben erwähnt. Heute nun stellt sich augenscheinlich raus, dass dies ein PR-Stunt von CBS auf dem Rücken von Last.fm war. CBS hat damals die Daten von der Tochter Last.fm angefordert und diese an die RIAA übergeben. Last.fm Mitarbeiter waren, nach Angaben von Techcrunch fassungslos und wußten auch nicht, dass die Daten an die RIAA gehen. Die damalige Krisenkommunikation von CBS diente nur der Verschleierung der Tatsachen.

Bis Dato hat das auch funktioniert, aber Techcrunch tat eine weitere Quelle auf, nach dem die ursprüngliche Quelle von CBS massiv unter Druck gesetzt wurde. Die neue Quelle bestätigt damalige Informationen. Nur war es nicht Last.fm, die die Daten übergab, sondern CBS.

Ich fasse zusammen: CBS hat ohne jegliche Rechtsgrundlage, Userdaten bei seiner Tochter Last.fm angefordert und an die RIAA übergeben, Verwendungszweck unklar.

Ich teile die Ansicht von Techcrunch, dass sowohl Last.fm, als auch CBS gegen ihre eigenen Datenschutz-Richtlinien und gegen geltendes EU-Recht verstoßen haben.

Eigentlich kann ich es kaum glauben mit welcher Selbstgefälligkeit sich Konzerne über das Gesetz stellen, dies ist ja nur ein Beispiel unter vielen und solch ein Verhalten ist ja schon eher die Regel, als die Ausnahme. Ich stelle mir die Frage, wann Politik und Judikative diesen Machenschaften ein Ende setzten?

Das war's. Und nun?

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