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Das Internet Manifest

Veröffentlicht am 09/09/09

Ja, das Internet Manifest der Kollegen Knüwer und Co schlägt hohe Wellen! Und das ist auch gut so, denn was bisher fehlte, war eine ehrliche Debatte darüber, wie Medien unter den radikal neuen Gegebenheiten funktionieren können/sollen. Wie wir Pressefreiheit bewahren und für Meinungsvielfalt sorgen wollen. Beides sind die Essenzen unserer Demokratie.

Medien wie auch das Internet sind das Fundament unserer demokratischen Wertevorstellung. Das Internet zieht sich durch alle Lebensbereiche, privat wie beruflich. Eine Globalisierung der Wirtschaft wäre ohne das Internet gar nicht möglich gewesen. Etwas, was “Die Medien” und “Das Internet” vereint, ist, dass beides unabhängig sein und geschützt werden muss. Es geht hier um mehr als reine kommerzielle Interessen.

Pressefreiheit ohne ein freies Internet wird es in Zukunft nicht mehr geben, denn es wird nicht mehr “Die Medien” geben, sondern nur noch “Das Medium” – namens Internet.

Völlig gleichgültig ob TV, Film oder Print, das Internet absorbiert alle diese Medien und kreiert daraus ein Neues. Daher kann das Internet auch nicht als weiterer Kanal betrachtet werden. Es ist ein fataler Irrglaube zu denken, andere Medien würden in Zukunft weiterbestehen. Natürlich wird es noch Bücher und Zeitungen geben, aber in Nischen und somit verlieren sie ihre demokratische Relevanz. Das Internet ist das Massenmedium.

Die bisherige Debatte zum Thema Internet ist keine ehrliche gewesen und die Motivation oft fragwürdig, denn bis Dato sind es oft kommerzielle Motive gewesen die dahinter steckten. Sei es nun ein Zwei-Klassen Internet, wo Daten mit unterschiedlicher Priorität und Geschwindigkeit übermittelt werden (auch Disruptive Internet genannt), oder auch Major Labels, die die Rechte der Künstler vorschieben um ihr eigenes Geschäftsmodell zu schützen (die meisten Künstler sehen das übrigens ganz anders).

All diese Vorstöße dienen erstmal dem eigenem Machterhalt, dem Festhalten an alten Geschäftsmodellen und dem Ausschalten von unliebsamer Konkurrenz.

Das Internet ermöglicht eine Entfaltung von Bürgerechten und Kultur in einem nie dagewesenen Ausmaß. Und es ist ein völlig normaler Vorgang, das technische Innovationen die Welt verändern. Als Innovationen der Vergangenheit seien der Buchdruck, die Rotationsdruckmaschine, Transistoren und die Kathodenstrahlröhre genannt. In was für einer Welt würden wir ohne diese Innovationen leben?

Übrigens gab es zu diesen Innovationen ganz ähnliche Auseinandersetzungen wie zu der heutigen Innovation Internet.

Und auch heute wird die Politik von Lobbyisten beeinflusst, das war früher nicht anders. Bei dieser Beeinflussung geht es nicht um die Wahrung von Bürgerechten, sondern um wirtschaftliche Interessen und Machterhalt. Ersteres hat natürlich auch eine Berechtigung, aber es kann nicht so weit gehen, dass dabei Bürgerrechte auf der Strecke bleiben. Der Bürger hat keine Lobby mehr, weil sich die Politik Milliarden von Lichtjahren vom Bürger entfernt hat.  Es ist wichtig, dass eine Debatte jenseits von Lobbyisten geführt wird, denn wenn wir das freie Internet verlieren, schaufeln wir unserer Demokratie selbst das Grab – mit der Pressefreiheit ist es dann übrigens auch vorbei.

Das Internet braucht eine Stimme, als Gegenpol zum Lobbyisten-Geschwätz, die unserer Politik Märchen ins Ohr flüstert. Und das Internet Manifest ist eine solche Stimme.

Meine Damen und Herren der Medien: Das Internet ist nicht Ihr Feind, sondern Ihr Freund. Denn wo wollen Sie in Zukunft publizieren, für Meinungsvielfalt sorgen, wenn Sie sich nicht für ein freies Internet einsetzen oder sich ihm gar verweigern, es bekämpfen?

Das Internet-Manifest war längst überfällig, und ich danke den Verfassern sehr dafür, denn nun ist ein Raum für eine echte Debatte geschaffen.

Das war's. Und nun?

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