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DJV warnt vor Leser-Reportern

Veröffentlicht am 25/11/08

Ich dachte heute wirklich ich lese nicht richtig, was der DJV heute von sich gegeben hat, ist ja an Peinlichkeit kaum zu überbieten.

Nun warnt der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) vor einer Entwertung der professionellen Arbeit.

Was für eine professionelle Arbeit? DPA, AFP oder Reuters Meldung per Copy & Paste mit zwei eigenen Sätzen publizieren? Schlecht recherchieren, wie letztens zum Beispiel der Spiegel zum Thema Lutz Heilmann?

Man mag nun geteilter Meinung über die journalistische Qualität der Bild Zeitung oder User Generated Content sein, aber die Argumentation des DJV ist an den Haaren herbeigezogen.

Ein wirklicher Aufreger am Bild Leser-Reporter ist, dass mit Upload eines Fotos der Benutzer sich damit einverstanden erklären muss, das Bild.de defacto mit dem Material machen kann was es will, zum Beispiel weiter lizenzieren.

“2. Der Einsender, der eigene Inhalte (z.B. Videos, Fotos, Fotoserien, Texte etc.) zur Veröffentlichung in der Rubrik „Leser-Reporter“ von BILD digital einsendet, erklärt sich durch die Einsendung/Upload damit einverstanden, dass die eingesandten Inhalte zeitlich und nach Abrufmengen unbegrenzt honorarfrei im Internet und in Druckwerken vervielfältigt, verbreitet und öffentlich wiedergegeben oder die entsprechenden Nutzungsrechte auf Dritte übertragen werden.”

500,00 EUR mögen viel für ein lapidares Foto sein, nicht so aber zum Beispiel für das Kurt Beck Foto, welches Kai Dieckmann erwähnt: „Es war das einzige Foto und ist ein historisches Dokument geworden.“ So ein Foto ist wesentlich mehr wert.

Hier wird der Benutzer eindeutig über den Tisch gezogen. Das ist ein Punkt über den man sich wirklich beklagen könnte.

Auch sonst macht Herr Konken vom DJV eher mit unqualifizierten Äußerungen von sich reden: „Das bringt uns im Journalismus nicht weiter und es ist eine Aufforderung, Grenzen zu überschreiten“.

Welche Grenzen Herr Konken? Darf das Wort oder Bild nur die schreibende Elite ergreifen? Wir leben in einem Land der Meinungsfreiheit, falls sie dies noch nicht bemerkt haben.

Und er wird in seinen Ausführungen noch besser: „Viele werden unter Missachtung aller Persönlichkeitsrechte versuchen, Prominenten aufzulauern. Diese Art von Sensationsjournalismus könne leicht außer Kontrolle geraten

Ich schmeiße mal polemisch die Frage in den Raum, wer denn Lady Di in den Tod getrieben hat: Leser-Reporter oder professionelle Fotografen?

DJV und Konsorten sollten wirklich mal asap von ihrem hohem Ross hinab in die Niederungen des User Generated Content steigen und sich die Frage stellen, warum UGC für sehr, sehr viele Menschen mehr Relevanz hat, als die ach so professionelle Arbeit der Journalisten?

Vielleicht weil Leser-Reporter nicht nach der Devise „Copy & Paste“ arbeiten?

Das war's. Und nun?

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